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von Dominique Omakowski
Was wirklich jedem auffallen wuerde, der als Tourist nach Israel kaeme, sind die andauernd telefonierenden Menschen (Ein Glueck beherrsche ich die Anwendung des Konjunktivs wie kein zweiter…). Staendig haben die Leute ihr Handy am Ohr und meistens auf Grund von Kurzgespraechen, die selten eine Laenge von ueber zehn Sekunden erreichen.
Eines davon habe ich neulich so mitbekommen, da jeder zweite das Handy nicht am Ohr hat, sondern den Gespraechspartner laut schaltet, so dass jeder in der Naehe mithoeren darf.
Person A: Schalom, wie geht’s dir?
Person B: Schalom, sehr gut und selber?
Person A: Auch wunderbar!
Person B: Wunderbar, bis demnaechst also.
Person A: Ok, bis dann.
Tut, tut, tut.
Es gibt Personen, die behaupten, dass dies dadurch bedingt ist, dass alle in staendiger Angst leben und immer um das Leben ihrer Mitmenschen bangen muessen. Von dieser Angst und Bedrohung habe ich hier bisher nichts mitbekommen, aber das ist ja ein anderes Thema :)
von Dominique Omakowski
Da ich es des oefteren gehoert habe, bitte ich jeden, der denkt Israel sei ein Entwicklungsland folgende Pressemitteilung zu lesen:
“Das Pro-Kopf-Einkommen in Israel ist erheblich angestiegen. Eine neue Einschätzung des Weltwährungsfonds (IMF) platziert Israel hinsichtlich dessen nun an 18. Stelle. Zuvor rangierte Israel auf Platz 21. Das auf Kaufkraft umgerechnete Pro-Kopf-Einkommen liegt der Schätzung nach bei 31 767 Dollar. Mit dieser Kaufkraftparität bewegt sich Israel auf ähnlichem Niveau wie Frankreich und Deutschland, die ein Pro-Kopf-Einkommen von 31 872 bzw. 32 178 Dollar aufweisen.”
Natuerlich ist die Verteilung innerhalb der Bevoelkerung weniger breit, als beispielsweise in Frankreich oder Deutschland. Nichtsdestotrotz zeigt es, dass die hier einigermassen Schotter haben :)
von Dominique Omakowski
Seit ich hier bin, habe ich mich trotz schlechtester Ausruestung zu einem fotowuetigen Touristen verwandelt. Ein Paparazi0r ohne gleichen, zosusagen.
Da habe ich mir neulich, als ich mal wieder durch meinen Hood gelaufen bin und mir ein Uniformiertes etwas entgegen kam, gedacht: Foto machen, aber so, dass er es nicht merkt, du altes Schlitz0hr. Also ganz pfiffig die Kamera aus der Hosentasche gefletscht, schnell abgedrueckt und die Kugel versenkt.
Als ich, wenige Stunden spaeter, auf dem Rueckweg war, sah ich von weitem eine Polizeistreife mit eingeschaltenem Sirenenlicht auf mich zuflitzen. Und was denkt sich da ein ordentliches Schlitz0hr? Genau: Do it again, baby!
Aber anscheinend hatten es die Herren doch nicht so eilig, als sie wenige Sekunden spaeter neben mir her fuhren und langsam die Fensterscheibe runter liessen. Ich war natuerlich ueberhaupt nicht geschockt, als der sehr lieb dreinschauende Herr mich zu erst auf Hebraeisch und dann auf Englisch fragte: “Hey, wieso fotografierst du ALLES? Du hast mich gerade schonmal fotografiert, als ich an dir vorbeigelaufen bin. Und jetzt nochmal.”
Darauf konnte ich, wie ihr euch vorstellen koennt nur ein ganz klein wenig eingeschuechtert, entgegenbringen, dass es sich nur um Privataufnahmen handele und ich kein Aufsehen erregen wollte.
Das genuegte dem Sherif, der mich nur mit den mahnenden Worten “Wenn du das nachste Mal ein Foto machen willst, dann frag einfach. Und dann machst du ein Foto.” verabschiedete.
Aber das ganze wird mir durchaus eine Lehre sein! Das naechste Mal, wenn ich ein Polizei-Auto mit eingeschaltenem Blaulicht sehe, werfe ich mich auf die Fahrbahn und frage, ob ich denn ein Foto machen kann. Versprochen!
von Dominique Omakowski
Da ich, anders als jeder Tourist, der nach Israel kommt, kein Visum fuer 3 Monate, sondern nur fuer einen Monat bekommen habe, musste ich mir schnell ein neues besorgen. Dafuer habe ich Dina Lutati, meine Kontaktperson beim israelischen Familienministerium, dem ich unterstellt bin, kontaktiert. Das war zwei Tage nach meiner Ankunft. Heute schliesslich begab sich meine Chefin mit den benoetigten Papieren zum Innenministerium.
Nach nur zwei Stunden, was nach Auskunft anderer Wartender sehr wenig zu sein scheint, kam ich dann schliesslich ran. Nachdem es 5 Minuten gebraucht hatte, bis ich der Frau erklaeren konnte, dass ich keinen Maedchennamen habe, war mein Visum reine Formalitaet und ich konnte es stolz in Haenden halten.
Na toll, jetzt muss ich noch weitere 11 Monate hier bleiben :D
von Dominique Omakowski
Als wir neulich mit der Arbeit im Zoo waren, um den Kindern eine andere Welt zu zeigen, wurde mein hiesiges Leben mit einem Schlag durcheinander geworfen. Ich lernte meinen neuen besten Freund kennen. Eigentlich ist es ja eine sie, also dem Artikel nach zu urteilen. Jedenfalls verstehen wir uns blendend und er hat mich auch schon in seine Heimat eingeladen. Bestimmt werde ich ihn dort auch besuchen, schliesslich war ich noch nie in Ost-Afrika!
von Dominique Omakowski
Blicke ich auf die vergangene Woche zurueck, so habe ich warme Erinnerungen. Vor allem, was das Wetter angeht. Das zwingt naemlich den sonst so wenig trinkenden Dominique dazu, nun des oefteren zur Flasche zu greifen.
Hier das Leergut der letzten Woche: dreiundzwanzig Flaschen an der Zahl. Sie sind sie das illustre Ueberbleibsel meiner taeglichen Sauforgien…


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