von Dominique Omakowski

Plan des Kibbutz Givat BrennerSo, nun habe ich es auch endlich geschafft Bilder vom Kibbutz zu machen und hochzuladen. Es folgt ein kleiner chronologischer Rundgang durch das Dorf, dessen Grundriss auf dem Bild zu erkennen ist wie ich es kennen gelernt habe. Die Qualitaet mag nicht zu berauschend sein, aber es ist die einzige Karte dieser Art die von dem Ort existiert.

Also vor diesem Schild stand ich, als mich der Taxifahrer um 5 Uhr morgens rauswarf, weil er drei mal durch das Kibbutz gefahren war und nicht finden konnte wo meine Arbeitsstelle war.
Am Flughafen hatte ich ihm noch gesagt, dass meine Chefin dort auf mich warten und das Taxi dann bezahlen wuerde.
Aber kaum waren wir hier wollte er nur noch Euros :D

Kaum hatte ich dieses Hindernis dank eines Telefonats mit meiner Chefin (2:30 Minuten, hat nur 9 Euro gekostet…) ueberwunden, erblickte ich auch schon das naechste Obstakel. Zum Glueck sass aber niemand am Tor, das war naemlich schon wieder offen. Nachts sitzen hier irgendwelche Jugendlichen und tun so, als wuerden sie fuer Sicherheit sorgen.

Als mich meine Chefin Adva dann eingesammelt hatte, brachte sie mich zu meinem neuen Zuhause. Wohne da unten rechts. Ist nicht gerade sehr huebsch, aber naja. Bald ziehe ich in das dann hoffentlich fertiggestellte neue Heim fuer unsere Behindis.

Das ist uebrigens mein Zimmer. Wie immer schoen aufgeraeumt :) Ist wie gesagt nicht sehr gross und das Bad zeige ich euch lieber nicht :/ Immerhin habe ich Kuehlschrank, Ofen Fernseher und Telefon. Darauf kommt es doch schliesslich an im Leben!

In diesem Gebaeude Arbeite ich mit zur Zeit wieder sechs Autisten. Wie gesagt, in den naechsten 2-3 Wochen ziehen wir in ein neues Heim, denn dieses hier ist nicht auszuhalten. Die Arbeit beinhaltet so ziemlich alles, was ein Mensch beim gewoehnlichen Tagesablauf zu tun hat. So z.B. Begleitung bei der Koerperhygiene, Zubereitung der Mahlzeiten, Gestaltung der Freizeit und Reinigung der Raeumlichkeiten um nur einige Dinge zu nennen.

Das Kibbutz an sich ist sehr gruen. Es gibt auch noch viele Einrichtungen aus frueheren, sozialistischeren Zeiten, wie den gemeinschaftlichen Dining-Room. Ansonsten ist es hier unglaublich gruen, mit vielen Wiesen, Baeumen, Pflanzen und Blumen.

Die Strassen sehen alle relativ neu aus und es gibt viele Treppen die durch den Ort fuehren. Denkmaeler, die fast ausschliesslich alte Traktoren oder aehnliche landwirtschaftliche Gefaehrte sind erinnern auch noch heute an die vorrangig landwirtschaftliche Praegung der Vergangenheit.

Die Haeuser sind sich allerdings sehr aehnlich. Meistens Bungalows, hoechsten 1 Stockwerk und alle sehr hell. Sehen auch oft nicht sehr schoen aus von aussen, aber sind doch im Allgemeinen angenehm eingerichtet.
Vor allem hat hier jedes Zimmer eine dicke Klimaanlage die durch einen Schlauch mit von aussen gekuehlter Luft versorgt wird. Die Verrueckten haben hier fast alle um die 16 Grad zu Hause!

Das Kibbutz hat zudem 50 Mitsubishi Lancer zur freien Verfuegung seiner Bewohner. Per Chipkarte und Pin kann man sie zu einem sehr niedrigen Kilometerpreis benutzen. Vor allem am Shabbat, wenn hier im unreligioesen Teil des Landes die Jugend in die Staedte zieht zum Ausgehen, bleiben kaum Autos uebrig und wer zu spaet kommt, naja den bestraft wie immer das Leben.

Fuer die aelteren Personen hier gibt es auch kleine Autos mit Elektromotor, die locker jeden Huegel schaffen. So ist es nicht ungewoehnlich wenn die Grosseltern ihre Enkel zu einer Fahrt mitnehmen. Besonders schnell werden diese Teile allerdings nicht. Dafuer darf man hier im Kibbutz (ein Deal mit der Polizei) generell alle Gefaehrte auch ohne Fuehrerschein fahren. Die Polizei glaubt den Kibbutzim naemlich, wenn sie sagen hier werde nicht gerast…

Ja es war eine durchaus gute Entscheidung diesen Ort in Israel zu waehlen, da man hier einige lustige Dinge erspaehen kann. Zur Zeit wird am suedlichen Rand auch kraeftig gebaut. Neue Wohnheime fuer neue Familien und alles was von den dortigen Waeldern uebrig geblieben ist, sieht man auf dem Bild rechts :)