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von Dominique Omakowski
Mein Freund Nevo (27) ist ein gewoehnlicher Israeli. Bekennender Jude, aber nicht wirklich religioes hat auch er seine drei Jahre Werdienst hinter sich gebracht und anschliessend einen Trip, unter anderem nach Holland gemacht.
Ich habe mich neulich ueber seine Armee-Zeit mit ihm unterhalten. Und da hat er mir erzaehlt, dass er ein halbes Jahr im Gaza Streifen stationiert war. Anders als heute, waren die Israelis damals noch dauerhaft dort vertreten. Seine Hauptaussage war, dass ein Israeli nie einen unbewaffneten Palaestinenser einfach so erschiessen wuerde. Ausserdem berichtete er berichtete von einem Erlebnis, das ihn besonders gepraegt hatte.
Als er naemlich ein Mal mit einem Militaer-Konvoi unterwegs durch den Gaza Streifen war, sass er auf der offenen Ladeflaeche des letzen LKWs und seine Aufgabe war es, den folgenden Autos ein Signal zu geben, dass es nicht erlaubt sei, den Konvoi zu ueberholen. Als dann doch ein Wagen zum ueberholen ansetzte, versuchte er zunaechst durch Armwinken ein Zeichen zu geben, das allerdings unbeachtet blieb. Also war er gezwungen seine geladene Waffe auf den Wagen zu richten, dessen Fahrer sofort verstand und vom Gas ging.
Nevo fuehlte sich dabei sehr schlecht, denn er haette natuerlich nie auf den Wagen geschossen, weil er den Konvoi ueberholen wollte. Doch es war sein Job und seine Pflicht, Gewalt anzudrohen. Das ist, wie ich von einigen Israelis gehoert habe, das gaengige Gefuehl in solchen Situationen. Das zeigt meiner Meinung nach eine Moral und Gewissenhaftigkeit, der sich zumindest die meisten israelischen Soldaten verpflichtet fuehlen. Sie leben ja schliesslich auch in einem demokratischem Land, in dem Menschenrechte geschuetzt und Minderheiten respektiert werden.


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