von Dominique Omakowski
Natuerlich kann man in Jerusalem auch merkwuerdige Din ge erleben. Gleiches geschah auch mir gleich zwei Mal. Komischer Weise beide beim Aufstieg zum Tempelberg.
Zuvorkommende Altstadtbewohner …
… gibt es nicht! Und wenn doch, dann geht es um Geld, wie mir klar wurde. So wollte ich am Dienstag zum Tempelberg hinaufsteigen. Ich folgte einer Strasse, an deren Ende mir der Felsendom entgegenragte. Als ich oben ankam riefen mir zwei israelische Soldaten zu, dass dieser Eingang ausschliesslich fuer Muslime sei. Da ich mich gerade nicht in Pruegelstimmung befand, verzichte ich auf Handgreiflichkeiten und fragte die Herren ob eines anderen Eingangs. Freundlich wiesen sie mir den Weg und ich bereute es nicht, die beiden am Leben gelassen zu haben.
Als ich dann aber am naechsten Eingang ankam, wiederholte sich eine aehnliche Situation. Nur diesmal wurde mir verkuendet, es handele sich ausnahmslos um einen Ausgang. Da ich vom vielen Laufen mittlerweile erschoepft war, verzichtete ich erneut auf Gewaltanwendung und bat die Herren widerum um Routenauskunft. Diesmal klang es irgendwie komplizierter (Irgendwas von wegen vorne links dann rechts die Treppe rauf, ueber die zweite Bruecke links halten, dann die Treppen runter durch die erste Kontrolle ueber den Platz und dann direkt links durch die naechste Kontrolle und dann rauf zum Berg. OK!).
Als ich mich aber auf dem Weg befand, sassen ein Stueck weiter drei Araber in meinem Alter. Einer von ihnen sprang auf und kam mir entgegengeeilt. Wonach ich denn auf der Suche sei, lautete seine Frage und auf meine Antwort hin, gab auch er mir eine Wegbeschreibung. Als ich nun von Dannen ziehen wollte, schlug er vor, zwei Strassen weit mit zu kommen. Gesagt, getan und von oben herab, zeigte er mir dann welchen Weg ich gehen sollte.
Dankend war ich im Begriff mich vom Acker zu machen, da fragte mich der nette, zuvorkommende und nun auch noch voellig ruhige Kollege nach einer kleinen Kompensierung seiner Dienste. Natuerlich war ich bereit ihm 6 Schekel (der Gegenwert eines Euros) zukommen zu lassen, doch hatte ich nur einen 100 Schekel-Schein und bat um Wechselgeld. Vom vielen Geld (18 Euro) geblendet, drehte der Herr voellig am Rad und wurde noch angenehmer… Er verlangte 50 Schekel dafuer, dass er mich zwei Strassen weiter gebracht hatte. Als er nach dem Schein griff, zog ich ihn Weg. Nach einigem hin und her und diversen gegenseitigen Beleidigungen unserer Muetter, verabschiedeten wir uns per Handschlag und gingen auseinander.
Das Goldene Tor ist …
gefaehrlich. Es steht am Rande des Tempelbergs und ist auf dem Bild oben von ausserhalb der Altstadt zu sehen. Der Messias soll laut juedischem Glauben durch dieses Tor gehen, deswegen haben sich mal ein paar kluge Araber gedacht (Ich gebe zu solche Intelligenzgab es nur vor einigen Jahrhunderten), ein Gebaeude vor das Tor zu bauen und somit die moegliche Niederkunft des Auserwaehlten zu verhindern. Nun kann man natuerlichganz nah an dieses Tor herantreten, was ich dementsprechend tat. Als ich eine kleine Treppe seitlich des Tores erspaehte, die hinauf zum Dach des Gebaeudes, sowie auf die Stadtmauer fuehrte war ich ueberrascht, dass sie nicht verschlossen war. Also stieg ich frohen Mutes hinauf und bestiegt das Haus, das, wie ich nochmal betonenen moechte, Vor das Tor gebaut wurde, durch welches der Messias kommen soll.
Wenige Sekunden spaeter, hoerte ich die Rufe einer menschlichen Stimme, deren Besitzer ich auch recht flink ausfindig machen konnte. Es war ein Soldat, der mir mit Hilfe sienes Gewehres klar machte, dass ich dort lieber nicht sein sollte. Jedenfalls gehorchte ich ihm und stieg wieder hinab. Vielleicht hatte er nicht geglaubt ich sei der Messias und verwehrte mir deshalb den Zutritt auf das Dach? Wer weiss.


2 comments
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09Mär08 um 9:51
Yurtdisi Egitim
mein Deutsch ist nicht guti is it availible in English
30Jan09 um 1:15
Flüge
Bestätigt nur meine eignene gesammelten Eindrücke. Nur das mri noch 1-2 mal öfters der “richtige” weg mit einer AK , anstatt mit dem Stadtplan gezeigt wurde…