von Dominique Omakowski

chuppa11.jpgVor einiger Zeit habe ich mit einer Mitarbeiterin des anderen Hostels in Givat Brenner geredet, die auch im Kibbutz lebt. Sie hat mich auf einen gravierenden Missstand der juedisch-orthodoxen Gesellschaft hingewiesen.

Sie hat mir naemlich erzaehlt, dass in orthodoxen Kreisen, geistig Behinderte in zeugungsfaehigem Zustand haeufig mit einander verheiratet und zur Fortpflanzung angeregt werden wuerden. Dies geschehe, so ihre Aussage, da die Verwandten denken wuerden, dass es von Gott erschaffene Geschoepfe seien, die zu einander gehoerten. Nun bekaemen diese Paare widerum Kinder, die so gut wie immer auch Behinderungen, besonders Autismus aufweisen sollen. Ihre Aussage muss natuerlich ueberprueft werden, aber wenn es stimmt, scheint es ein grosses Problem und ein gravierender Missstand zu sein.

Doch gleichzeitig gab mir das ganze ueber unsere Gesellschaft zu denken: Findet man, diese, wie es scheint, sichere Methode Behinderte in die Welt zu setzen sei verwerflich, sagt man dann sogleich behindertes Leben sei lebensunwuerdig? Versuchen wir somit, vielleicht aus Faulheit, die Belastung so klein wie moeglich zu halten?